Nahost: Auswirkungen des Iran-Krieges auf internationale Transportwege

 

Stand 2. März 2026

Der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt zentrale internationale Transportwege und wirkt sich global auf die Luft- und Seefracht sowie den Landverkehr aus.

Seefracht:

In der Straße von Hormus (Verbindung zwischen Persischem Golf und Golf von Oman), einer der wichtigsten maritimen Routen für Energie- und Warenströme, kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Schiffe wurden gestoppt oder umgeleitet, zahlreiche Schiffe verbleiben im Gebiet. Mehrere Reedereien haben Transitfahrten ausgesetzt bzw. führen Verkehre über das Kap der Guten Hoffnung. In einzelnen Fällen wurden Reisen vorzeitig beendet. 

Gleichzeitig könnten sicherheitsrelevante Vorfälle im Persischen Golf zu einem möglichen Anstieg der Rohölpreise führen. In diesem Fall wäre auch mit steigenden Diesel- und Treibstoffpreisen zu rechnen, was sich mittelbar auf Transportkosten auswirken könnte.

Luftfracht:

Im Luftverkehr sind derzeit die Lufträume von Iran, Irak, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain gesperrt. Emirates SkyCargo und Qatar Airways haben ihre Flüge bis auf Weiteres ausgesetzt. Weitere Airlines haben Flüge nach Abu Dhabi und Dubai vorübergehend ausgesetzt; auch Destinationen wie Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran sind betroffen. Dadurch kommt es zu Umleitungen, Verzögerungen und temporären Kapazitätsengpässen.

Landtransport:

Die Schließung der Grenze zwischen der Türkei und dem Iran kann Auswirkungen auf den Landtransport nach Zentralasien haben. Warenströme könnten sich verstärkt auf den Mittleren Korridor verlagern (Türkei – Georgien – Aserbaidschan – Kasachstan – China). Dadurch sind dort Kapazitätsengpässe und verlängerte Transitzeiten möglich. 

Weder die Dauer des Konflikts noch eine mögliche weitere Eskalation sind derzeit prognostizierbar. Die Gesamtauswirkungen auf internationale Lieferketten bleiben aktuell schwer abschätzbar.

Voraussichtliche Folgen für Transporte:

  • Verlängerte Laufzeiten
  • Umleitungen und Anpassungen von Fahrplänen
  • Verzögerungen und Kapazitätsengpässe
  • Stau- und Wartezeiten im Bereich der Straße von Hormus sowie auf Umleitungsrouten (z. B. Kap der Guten Hoffnung)
  • Mögliche Zusatzkosten (Risiko-, Energie- und netzwerkbedingte Zuschläge)
  • Vorübergehende Aussetzung einzelner Services
  • Anpassungen oder Einschränkungen von Versicherungsdeckungen gemäß War-Risk-Klauseln

Empfehlungen

  • Laufzeiten bei Dispositionen großzügiger planen
  • Luft- und Seefrachtkapazitäten frühzeitig buchen
  • Alternative Routenführungen prüfen
  • Mögliche Kostenanpassungen berücksichtigen

Gebrüder Weiss beobachtet die Lage kontinuierlich in enger Abstimmung mit Reedereien und Airlines und bewertet fortlaufend alternative Routing-Optionen.

Für individuelle Fragen zu Ihren Sendungen oder zu möglichen Anpassungen wenden Sie sich bitte an Ihren gewohnten Ansprechpartner bei Gebrüder Weiss.