Serbien muss bis Ende September einen Bericht vorlegen, in dem nachgewiesen wird, dass Kosovo-Serben, die von Belgrad einen biometrischen Pass ausgestellt bekommen haben, nicht in den Genuss der Visa-Befreiung kommen. Montenegro muss noch den Status von Ausländern klarstellen, da das Land ein beliebtes Touristenziel ist, und weiter gegen Korruption und Kriminalität vorgehen.
Mit der Aufhebung der Visapflicht steht den Bürgern der Balkan-Länder die Einreise in den gesamten Schengen-Raum offen, zu dem auch die Schweiz, Norwegen und Island gehören (Großbritannien und Irland sind nicht Teil der Schengen-Zone).
Unterstützung für die Pläne der EU-Kommission kommt von der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ), die eine rasche Umsetzung sowie eine Ausweitung auf andere Balkanstaaten fordert. „Das Ende der Visumspflicht verleiht der österreichischen Wirtschaft, die am Westbalkan gut verankert ist und zu den Top-Investoren zählt, wichtige Impulse - und das in einer Zeit, die ohnehin schwierig genug ist”, hofft WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser. Nicht nur für Private, sondern auch für Geschäftsreisende sei die Erlangung eines Visums derzeit mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand - und auch finanziellen Kosten - verbunden. Die Reisefreiheit würde Geschäftspartnern österreichischer Unternehmen am Balkan helfen, meint Hochhauser.