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Serbien schafft Zölle auf EU-Waren ab


03.2009
Serbien setzt damit einen ersten Schritt in Richtung eines späteren Beitritts zur Europäischen Union.

Die EU hat mit Serbien vor rund einem Jahr ein sogenanntes Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) ausgehandelt, das schrittweise in Kraft tritt. Wegen des politischen Widerstandes der Nieder-lande wurde der Vertrag aber noch nicht in Kraft gesetzt, weil sie von Serbien die Auslieferung weiterer Kriegsverbrecher an das Haager Tribunal fordern. Gleichzeitig mit dem SAA vereinbarte die EU auch ein wirtschaftliches Interimsabkommen mit Serbien, das heuer seit 1. Februar von Belgrad
einseitig angewendet wird.  

Das vorübergehende Handelsabkommen zielt auf die Liberalisierung des Warenverkehrs mit der EU ab. Damit sind seit Anfang Februar rund 48 Prozent der
EU-Industrieprodukte vom Zoll befreit. Bis Ende Jänner waren sie im Schnitt mit 1,85 Prozent verzollt. Außerdem wurden auch rund 53 Prozent der Textilprodukte zollfrei gestellt.

Darüber hinaus definiert das neue serbische Zollgesetz drei Produktgruppen - ”sensible”, ”sehr sensible” und ”höchst sensible”, deren Verzollung jährlich reduziert wird. Die komplette Befreiung erfolgt je nach Gruppe in drei bis sechs Jahren. In die erste Gruppe (”sensible”) fallen unter anderem Waren der Holz-, Metall-, Elektro- und chemischen Industrie. Für diese Produkte sollen die Zölle bis zum Jahr 2011 gänzlich aufgehoben werden. Für die ”höchst sensiblen” Produkte fallen die Abgaben bei der Einfuhr erst nach sechs Jahren gänzlich weg.

Die serbischen Zollbehörden machen darauf aufmerksam, dass allein der Import aus der EU für die Inanspruchnahme der Begünstigungen nicht ausreichend ist. Es muss auch der EU-Ursprung der Waren nachgewiesen werden. Dies kann laut der Außenwirtschaft Österreich (AWO) durch ein sogenanntes EUR1-Zertifikat erfolgen, das nach dem 30. Jänner 2009 ausgestellt worden ist.

Zitat:
Der Anschluss an die EU ist strategisches Ziel Serbiens unter gleichzeitiger Erhaltung der Souveränität und territorialen Integrität. > Boris Tadic, serbischer Präsident

 




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